AREVA und SWAY geben Zusammenarbeit bei Lösungen für schwimmende Tiefwasser-Windkraftanlagen bekannt

Bremerhaven

04. August 2009

Die Partnerschaft mit AREVA Multibrid

AREVA und SWAY freuen sich, ihre Zusammenarbeit an neuartigen technischen Lösungen bekannt zu geben, mit denen Offshore-Windparks in tiefen Gewässern Energie erzeugen können. Bereits heute liefert AREVA über ihr deutsches Tochterunternehmen AREVA Multibrid Anlagen für das erste deutsche Offshore-Testfeld alpha ventus.

Vor kurzem hat AREVA Multibrid eine Absichtserklärung zur Lieferung von 80 Windkraftanlagen für den Windpark Global Tech I erhalten, dessen Anlagen außerhalb der norddeutschen Küstengewässer am Meeresgrund verankert werden sollen. Die Multibrid M5000 verfügt über eine Leistung von fünf Megawatt und ist ausschließlich für den Offshore-Bereich ausgelegt.

Félix Debierre, Geschäftsführer AREVA Multibrid, äußerte dazu: „Wir glauben, dass die gemeinsam mit SWAY zu entwickelnde schwimmende Windkraftanlage M5000 eine attraktive Lösung für die Tiefwasser-Offshore-Projekte von Morgen darstellen wird.“

Die Windkraftanlage wird für den Betrieb auf SWAYs Turmlösung bei achterlichem Wind angepasst. Damit wird ihre Turbine, dank der Technologie von SWAY, zum ersten Mal auf einer schwimmenden Gründungsstruktur eingesetzt.

„Wir wollen damit nachweisen, dass Tiefwasseranlagen innerhalb der nächsten vier Jahre wirtschaftlich interessant werden“, meinte der Unternehmensgründer und Geschäftsführer Eystein Borgen und fuhr fort: „Der Einsatz der AREVA Multibrid-Technik ist für unser Projekt von wesentlicher Bedeutung. In dieser Verbindung werden wir Energie zu einem Preis erzeugen können, der wirtschaftlich attraktiv ist.“

Umfassende Versuchskonzession in Norwegen

SWAY AS hat vom norwegischen Gewässer- und Energiedirektorat eine Konzession zum Bau einer schwimmenden Offshore-Windkraftanlage etwa sieben Kilometer von Karmøy an der norwegischen Westküste entfernt erhalten. Dieser Bau eines Prototyps ist von der finanziellen Förderung durch das kürzlich eingerichtete norwegische Förderprogramm für erneuerbare Meeresenergien (Enova) abhängig. Daher ist ein Kunde für dieses Projekt erforderlich und SWAY ist bereit, so bald wie möglich Verhandlungen mit internationalen oder nationalen Käufern aufzunehmen. Wenn der richtige Kunde gefunden ist, kann die Anlage in 18 bis 24 Monaten in Betrieb gehen.

Zweck dieses Projektes ist es, eine SWAY-Windkraft-Gesamtanlage zu erproben und genügend Erfahrung sowohl für SWAY als auch für den Kunden zu sammeln, um auch in Zukunft schwimmende Offshore-Windkraftanlagen zu errichten. „Unser Ehrgeiz geht dahin zu demonstrieren, dass solche Anlagen während ihrer kommerziellen Nutzung Strom zu einem Preis liefern können, der mit dem von Windparks in Flachwasser konkurrenzfähig ist. SWAYs schwimmende Windkraftanlagen besitzen verschiedene Vorzüge, mit denen dies möglich sein wird.“ Die Demonstrationsanlage besteht aus einem schwimmenden SWAY-Turm und einer AREVA Multibrid-Anlage mit einer Leistung von fünf Megawatt. Der Turm ist 188 Meter hoch. Davon befinden sich 84 Meter über und 104 Meter unter der Wasseroberfläche. Der Fuß des Turms wird mit schwerem Ballast behaftet und mit einer Spanntrosse, dem so genannten Tension Leg, und einem Sauganker am Meeresgrund verankert. Das Zugseil wird mit Hilfe eines Unterwasser-Nachführmechanismus so mit dem Turm befestigt, dass sich die Windkraftanlage und der Turm mit dem Wind drehen können. Damit kann ein Zugstangensystem zur Turmverstärkung, ähnlich den Abspannseilen bei Segelbooten, verwendet werden, so dass eine erheblich größere Turbine eingesetzt werden kann. Damit lassen sich die Stromproduktionsleistung steigern und die -kosten senken. Die Technologie ist für Meerwassertiefen zwischen 80 und 400 Metern geeignet und sicher. Die oben auf den Turm montierte Windkraftanlage wird so positioniert, dass der Wind von hinten kommt. So kann sich der schwimmende Turm unter der Last des Windes um sechs bis acht Grad neigen, ohne dass dies zu einem großen Ausrichtungsfehler zwischen Rotor und Wind führt. Transformatoren, Schaltanlagen und sonstige elektrische Ausrüstung werden in den Turm eingebaut. Über ein Seekabel wird die Anlage an das bestehende Stromversorgungsnetz an Land angeschlossen.

Offshore-Windkraft mit enormem Potential

Sämtliche Berichte sprechen weltweit für ein enormes Energiepotential von Offshore-Wind. Ein im April 2009 vom US-amerikanischen Innenministerium veröffentlichter Bericht schätzt das Energiegewinnungspotential der Offshore-Windkraft in den USA als groß genug ein, um damit den Stromverbrauch von 53 Millionen Haushalten (1.000 bis 1.500 Terrawattstunden) zu decken.

„Viele Menschen bedenken gar nicht, dass in einigen Gebieten nur Tiefwasserstandorte zur Verfügung stehen und Anlagen mit fester Basis kein alternatives Nutzungspotential darstellen“, meint Borgen. „Darüber hinaus kann man mehr Energie mit schwimmenden Windkraftanlagen gewinnen, die außer Sichtweite der Küste liegen, weil der Wind weiter draußen normalerweise stärker weht.“ Im Zusammenhang mit Flächennutzung, Tieren und Pflanzen sowie unterschiedlichen Meinungen bezüglich ästhetischer Gesichtspunkte ist Offshore-Windenergie auch weniger konfliktträchtig. „Das soll nicht heißen, dass wir die Bedeutung der Fischerei und des Schiffsverkehrs herunterspielen wollen. Zu solchen Fragen werden wir mit unserem Demonstrationsprojekt Erfahrungen sammeln, erklärt Borgen und fügt hinzu: „Wir setzen alles daran, mehr Energie zu einem geringeren Preis zu erzeugen, um die schwimmende Windkraftanlage zu einem attraktiven Vermögensanlage für Energieerzeuger weltweit zu machen.“