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AREVA zerlegt erfolgreich Reaktordruckgefäß

Paris / Erlangen

17. März 2010

Das Kerntechnikunternehmen AREVA hat das Zerlegen des Reaktordruckgefäßes (RDG) im Kernkraftwerks-Rückbauprojekt Würgassen erfolgreich abgeschlossen. Die Experten zerschnitten das 320 Tonnen schwere RDG in mehr als 250 Einzelteile. 

„Der Erfolg des Projekts in Würgassen beweist, mit welcher Professionalität AREVA auch im Rückbaugeschäft tätig ist. Dieses Geschäftsfeld reiht sich als wichtiger Bestandteil ein in unsere Kompetenz im gesamten Brennstoffkreislauf“, stellt Ulrich Gräber, Sprecher der Geschäftsführung der AREVA in Deutschland fest. Erstmals haben Ingenieure somit das Reaktordruckgefäß eines kommerziell genutzten Kernkraftwerkes im eingebauten Zustand zerlegt.

Dabei setzten sie unter anderem das sogenannte Wasserstrahlschneideverfahren (WASS) ein, bei dem ein Strahl aus einem Wasser-Schneidsand-Gemisch mit hohem Druck den rund 14 Zentimeter dicken Stahl zerschnitt. Mit dem ferngesteuerten Verfahren gelingt es, die Strahlenexposition der Arbeiter vor Ort äußerst gering zu halten. Gleichzeitig vermeidet dieses Verfahren die Entstehung von Aerosolen, da die Schnittstücke nicht erhitzt werden. Die angewandte Zerlegetechnologie bietet daher aus radiologischer Sicht zahlreiche Vorteile. Die Ingenieure begannen im Juni 2009 mit den Schneidearbeiten und schlossen sie Ende Februar 2010 ab.

„Das Engagement und die Zusammenarbeit im Team war extrem gut – eine wichtige Voraussetzung, um die technischen und logistischen Herausforderungen in dem sehr ehrgeizigen Zeitrahmen zu meistern“, betont Tilo Landgraf, Senior Vice President des Geschäftsbereichs Installed Base Business von AREVA in Deutschland.

AREVA-Mitarbeiter errichteten eine komplette Infrastruktur, um die Schnittstücke zur Verpackungsanlage in einem Nebengebäude zu transportieren. Rund die Hälfte des zerlegten Materials kann nach erfolgreicher Dekontaminierung und Freigabe durch die zuständigen Behörden eingeschmolzen und recycelt werden. Die zweite Hälfte wird in Container verpackt und für die sichere Endlagerung im Schacht Konrad vorbereitet. Die Experten nutzten das Behältervolumen optimal aus und sparten dadurch rund zehn Prozent Container ein.

Anfang 2008 beauftragte der Betreiber E.ON Kernkraft GmbH AREVA mit der Zerlegung des RDG. Die Vorbereitungen umfassten eine intensive Planung der komplexen technischen und logistischen Vorgänge. Hierzu gehörte auch die Entwicklung spezieller Werkzeuge zum Schneiden des massiven 15 Meter hohen Stahlgewerkes sowie zum Befördern der Schnittstücke. Rund 80  Mitarbeiter des Unternehmens waren zu Spitzenzeiten gleichzeitig mit den anspruchsvollen Arbeiten beschäftigt.

AREVA ist seit mehren Jahren in allen Bereichen des Rückbaus von Kernkraftwerken tätig. Hierzu zählen unter anderem auch die Chemische Dekontamination und die bestmögliche Ausnutzung des endlagerfähigen Behältervolumens. In der integrierten Handhabung der Kern-Komponenten liegt ein weiterer Vorzug für den Kunden: AREVA führt alle Arbeiten von der Zerlegung der Kerneinbauten über die Dekontamination bis hin zur endlagerfähigen Verpackung aus.

Das Unternehmen setzt sich mit seinen innovativen Konzepten und der Kombination aus verschiedenen Techniken im Rückbau immer wieder gegen internationale Konkurrenz durch.

Das Kernkraftwerk Würgassen mit einer Leistung von 670 Megawatt war von 1971 bis 1994 in Betrieb. Seine Stilllegung wurde 1995 beschlossen. Der Rückbau startete 1997 und soll im Jahr 2014 abgeschlossen sein.

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