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AREVA Deutschland-Chef widerspricht Bundesumweltminister Röttgen

Erlangen

07. Mai 2010

Im Handelsblatt vom 6. Mai 2010 wurde berichtet, dass Bundesumweltminister Norbert Röttgen im Falle der Rücknahme der Laufzeitverkürzung der deutschen Kernkraftwerke Investitionen im hohen zweistelligen Milliardenbereich für die Nachrüstung der Anlagen fordert. AREVA Deutschland-Chef Ulrich Gräber hält diese Überlegungen für ein mehr als durchsichtiges Manöver, um den Weiterbetrieb der Anlagen aus politisch motivierten Gründen heraus unwirtschaftlich werden zu lassen. „Die deutschen Kernkraftwerke gehören seit Jahrzehnten zu den sichersten und wirtschaftlichsten Anlagen weltweit. Dies ist ein Beleg dafür, dass kontinuierlich und verantwortungsvoll in die betriebliche Sicherheit der Anlagen investiert wurde“, stellt Ulrich Gräber fest. Alle in Deutschland in Betrieb befindlichen Anlagen wurden von dem Vorgängerunternehmen der AREVA, der ehemaligen Kraftwerk Union (KWU), gebaut. „Deutsche Kernkraftwerke wurden seit ihrer Inbetriebnahme ständig nachgerüstet und mit hohem finanziellem Aufwand modernisiert. Dies sollte insbesondere im Bundesumweltministerium, immerhin die oberste atomrechtliche Genehmigungsbehörde, bekannt sein“, so Ulrich Gräber weiter.

Der AREVA Deutschland-Chef verweist auch auf die Tatsache, dass im europäischen Ausland Laufzeiten von bis zu 60 Jahren üblich sind. Für Kernkraftwerke in den Niederlanden und der Schweiz, die baugleich zu deutschen Kraftwerken sind, wurden bereits entsprechende Laufzeitverlängerungen erteilt. „Die Tatsache, dass die baugleichen Anlagen in Deutschland bereits vom Netz genommen wurden beziehungsweise nach dem geltenden Ausstiegbeschluss frühzeitig abgeschaltet werden sollen, belegt einmal mehr, dass technischer und volkswirtschaftlicher Sachverstand in dieser Frage scheinbar keine Grundlage für politische Entscheidungen sein sollen“, erklärt Gräber.

Politische Entscheidungen sollten sich nach Ansicht des AREVA Deutschland-Chefs an den ökonomischen und technischen Notwendigkeiten orientieren. Dies sind an erster Stelle die Sicherheit der Kernkraftwerke und deren Wirtschaftlichkeit. Dagegen berechnet das BMU nach dem jetzt verlautbarten Konzept für die Nachrüstung unabhängig vom Sicherheitsstandard und Baujahr der Anlagen allein auf die Leistung der Anlage bezogene Aufwendungen.

Im Zuge des weltweit gestiegenen Interesses an der Nachrüstung und dem Neubau von Kernkraftwerken in den letzten zwei Jahren wurden von der AREVA NP mehr als 1.600 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen an fünf Standorten in Deutschland mehr als 5.400 Mitarbeiter. Damit ist die AREVA trotz des rein deutschen Ausstiegsbeschlusses in den vergangenen Jahren, wie auch andere Unternehmen der Kerntechnik, stark gewachsen.