Rückbau: Sicheres Zerlegen, Verpacken und Konditionieren von Kernkraftwerkkomponenten

Zum umfassenden Lebensdauermanagement kerntechnischer Anlagen gehört der sichere und vollständige Rückbau. Als Hersteller mit Gesamtanlagenkompetenz unterstützt AREVA auch hier: durch qualifizierte Lösungen für spezielle Zerlege- und Entsorgungsaufgaben sowie Dekontamination. Unser Ziel ist es, uns als echter Partner der Kunden im gesamten Rückbauprozess zu etablieren.
Wir bieten Projektmanagement, Engineering und kompetente Dienstleistungen für:
- Systemdekontamination Primärkreis
- Beprobung und radiologische Bewertung
- Zerlegen und Verpacken von Primärkreiskomponenten für laufende Anlagen (Instrumentierungen, Core-Komponenten) und Rückbau (Reaktordruckbehälter samt Einbauten)
- Einrichtungen zur Dekontamination und zum Zerlegen und Verpacken von Komponenten.
Wesentlich für uns:
- niedrige Kollektivdosis durch den Einsatz verfahrensoptimierter Zerlegetechniken
- verkürzte Durchführungszeiten durch optimierte Logistik
- verringerte Menge an radioaktivem Abfall und reduzierte Behälteranzahl durch optimierte Verpackungsplanung
- reduzierte Gesamtkosten durch fundierte Planung, Systemdekontamination und radiologische Beprobung im Vorfeld.
Zerlege- und Rückbauprojekte der letzten Jahre
- Instrumentierungen: verschiedene Anlagen, seit 1978
- Strahlpumpen, Steuerstabfahrrechner, Zyklone und vieles mehr: im Kernkraftwerk Würgassen, seit 2003
- Einbauten des Reaktordruckgefäßes: im Siedewasserreaktor Würgassen, 2008
- Einbauten des Reaktordruckbehälters: im Druckwasserreaktor Stade, 2009
- Reaktordruckgefäß: im Siedewasserreaktor Würgassen, 2010
Kernkraftwerk Stade
Anfang 2007 beauftragte der Betreiber E.ON Kernkraft GmbH die AREVA damit, die Einbauten des Reaktordruckbehälters (RDB) des Druckwasserreaktors Stade zu zerlegen und zu verpacken. Wir entwickelten daraufhin ein Gesamtkonzept: von der Zerlegung der Kerneinbauten mit einem Gesamtgewicht von 85 Tonnen bis hin zu deren endlagerfähiger Verpackung. Im Mai 2008 war unser Team dann vor Ort. Mit ferngesteuerten, selbstentwickelten Werkzeugen und einem speziellen Wasserstrahlschneideverfahren wurde der bis zu 200 Millimeter dicke Stahl zerteilt. Zwölf Monate später hatten wir die RDB-Einbauten zerlegt.
Kernkraftwerk Würgassen
Im März 2010 hat AREVA die Zerlegung des Reaktordruckgefäßes im stillgelegten deutschen Siedewasserreaktor-Kernkraftwerk Würgassen abgeschlossen. Damit wurde erstmals das Reaktordruckgefäß eines kommerziell genutzten Reaktors im eingebauten Zustand zerlegt! Auch hier wieder im Einsatz: unser ferngesteuertes Wasserstrahlschneideverfahren.
Vorlaufend zum Rückbau: Primärkreisdekontamination
Die Sicherheit und der Schutz von Mensch und Umwelt stehen in jeder Phase des Lebenszyklus von Kernkraftwerken an erster Stelle. Deshalb ist eine Dekontamination vorlaufend zum Rückbau unerlässlich: Damit lässt sich die Personendosis und das Aufkommen an radioaktivem Abfall erheblich reduzieren.
AREVA bietet mehr als 30 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Dekontamination für laufende Kernkraftwerke sowie vorlaufend zum Rückbau. Das gilt vor allem für die „Full System Decontamination“, ein Verfahren für die Dekontamination des Primärkreises und der wichtigsten Hilfssysteme. Dank des deutlich verringerten Dosisleistungsniveaus reduziert sich die kollektive Personendosis für Planung und Durchführung der Rückbauarbeiten erheblich. Das sorgt für eine höhere Sicherheit. Spart aber auch Kosten, denn der Bedarf an speziellen und aufwändigen Zerlegeverfahren verringert sich aufgrund der niedrigen Dosisleistungs- und Kontaminationswerte.

