Elektro- und Leittechnik: Überwachen und Steuern von Reaktoren

AREVA legt Elektro- und Leittechniksysteme aus und liefert diese: für den Einbau in neuen Reaktoren oder für die Modernisierung von Kernkraftwerken im Betrieb. Zahlreiche Betreiber im In- und Ausland haben ihre Anlagen mit unserer Sicherheitsleittechnik TELEPERM®XS nachgerüstet – und tragen damit entscheidend zu derem sicheren und zuverlässigen Betrieb bei.
Wie jede andere Industrieanlage benötigt ein Kernkraftwerk Einrichtungen zum Überwachen und Steuern der Prozesse und Komponenten. In ihrer Gesamtheit werden diese Einrichtungen als die Leittechnik des Kraftwerks bezeichnet.
Leittechnik
TELEPERM®XS ist die führende digitale Leittechnik-Plattform für den Einsatz in kerntechnischen Anlagen. Sie wurde von AREVA entwickelt für sicherheitstechnisch relevante Anforderungen mit höchster Verfügbarkeit. Die Plattform hat sich in den letzten zehn Jahren in verschiedensten Kernkraftwerken weltweit bewährt.
Auch für nicht sicherheitsrelevante Aufgaben bieten wir technisch wie wirtschaftlich optimierte Lösungen an – in enger Zusammenarbeit mit bevorzugten Lieferanten.
Elektrotechnik
AREVA legt elektrotechnische Ausrüstungen aus und liefert diese. Wir bieten auch handelsübliche Standardprodukte an, wie Beleuchtung, Alarmanlagen und Ausrüstung für die Überwachungs- und Zugangskontrolle: Sie gehören zu AREVAs Portfolio an integrierten Produkten.
Bieten wir auch: Elektro- und Leittechnik-Service
Basis eines sicheren Anlagenbetriebs mit hoher Verfügbarkeit ist eine ausgewogene und bei allen Betriebs- und Störfällen zuverlässige Elektro- und Leittechnik. AREVA hält daher alle Elektro- und Leittechnik-Systeme in Kernkraftwerken fit, über deren gesamte Lebensdauer.
- Wiederkehrende Prüfungen und Instandhaltungsmaßnahmen während der Anlagenstillstände
- Umfassende Lösungen für die langfristige Instandhaltung von Systemen oder Teilsystemen
- Lebensdauermanagement von Komponenten, einschließlich Instandhaltung und Reparatur
Lebesdauermanagement
Die Alterung von elektro- und leittechnischen Komponenten, besonders im reaktornahen Bereich, wird durch die thermischen, mechanischen und radiologischen Belastungen bestimmt. Ziel des Lebensdauermanagements ist es, die Restlebensdauer dieser Komponenten zu bestimmen – um so die Anlagensicherheit und -verfügbarkeit zu gewährleisten. Basis hierfür ist ein quantitatives Alterungsmanagement, das mit Messungen an Komponenten, Qualifizierungsparametern und geeigneten Algorithmen die Restlebensdauer bestimmt.
Wissen Sie was Leittechnik macht? Und wie sie aufgebaut ist?
Die Leittechnik umfasst mehrere Teilsysteme mit ihren elektrischen und elektronischen Komponenten:
Sensoren, die Messdaten wie Druck, Temperatur des Primärkreislaufs und Füllstande liefern und die physikalischen Größen in elektrische Signale umwandeln.
Programmierbare Steuerungen, die diese Signale verarbeiten und die Stellantriebe ansteuern. Diese Systeme geben, basierend auf einer Reihe von Eingangsdaten, automatische Befehle aus, um zu gewährleisten, dass die Prozessparameter innerhalb des definierten Sicherheitsbereichs bleiben. Oder um Schutzmaßnahmen auszulösen (wie die Schnellabschaltung des Reaktors).
Überwachungs- und Steuerungssysteme für den Anlagenbetreiber (Bedienpulte, Alarme usw.). In der Kraftwerkswarte werden alle relevanten Informationen und Prozessdaten zentral erfasst. Von hier aus kann die Anlage samt ihren Systemen ferngesteuert überwacht und kontrolliert werden.
Leittechnik-Architektur: Aufbau in mehreren Ebenen
Innerhalb der Gesamtarchitektur der Leittechnik ist jedes System durch seine Funktion (Erfassen von Messsignalen, Automatisierung, Stellgliedbetätigung, Mensch-Maschine-Schnittstelle) und seine Aufgabe für die Sicherheit oder den Betrieb des Kraftwerks charakterisiert. Die Systeme sind verschiedenen Ebenen zugeordnet – je nach ihrer Bedeutung für die Sicherheit.
Ebene 0: Die Prozess-Schnittstelle umfasst die Messaufnehmer und die Stellglieder. Sie stellen Messdaten für die Steuerungs-, Überwachungs- und Schutzsysteme sowie zur Information des Wartenpersonals bereit.
Ebene 1: Systemautomatisierung, enthält beispielsweise die Leittechniksysteme für den Reaktorschutz mit den automatisierten Sicherheitsfunktionen sowie die Reaktorregelung, -überwachung und -leistungsbegrenzung, die Leittechnik am Turbosatz sowie alle anderen Maßnahmen zur Prozessautomatisierung.
Ebene 2: Die Ebene „Überwachen und Steuern” umfasst:
- - Bedientafeln und bildschirmbasierte Bedienoberflächen in Hauptwarte, Notsteuerstelle und technischem
Beratungszentrum (auch Mensch-Maschine-Schnittstelle genannt) - - diejenigen Leittechniksysteme, die als Verbindung zwischen der Mensch-Maschine-Schnittstelle und der
„Systemautomatisierung“ dienen.

